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Ubuntu 20.04 LTS für Windows 10 über Microsoft Store installieren

Diese Woche wurde bekanntlich eine neue Ubuntu LTS Edition veröffentlicht.

Für manche schnelle Teststellungen ist Ubuntu unter Windows eine recht praktische Option. Nun wurde mit Zuge des neuen Ubuntu 20.04, die Windows Variante im Store veröffentlicht.

Installieren lässt sie sich auf die altbekannte Weise:

WSL über die Powershell Konsole aktivieren, Windows Store öffnen und herunterladen.

Enable-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName Microsoft-Windows-Subsystem-Linux

ubuntu20.04-windowsDanach könnt ihr die Ubuntu Konsole direkt über CMD oder Powershell öffnen, dazu muss "wsl" eingegeben werden.

wsl-befehleMit dem Befehl "wsl --list" können die installierten Varianten aufgelistet werden.

Mit "setdefault" kann auf die neue Version gewechselt werden.

wsl -s Ubuntu-20.04

In Place Upgrade auf Ubuntu 20.04 LTS

Wsl unterstützt angeblich ein direktes Update auf die neue Version, dies geschieht mit "do-release-upgrade". Da aber momentan die Update Version 20.04.1 LTS noch nicht verfügbar ist, muss der Parameter "d" angehangen werden.

do-release-upgrade -d

In meiner Teststellung wollte dies nicht sofort gelingen.

Nach einer sauberen Neuinstallation mit "wsl --unregister Ubuntu-18.04" startete die Updateprozedur zumindest.

Der nächste Fehler lies nicht lange auf sich warten.

Progress: [ 61%]
Checking for services that may need to be restarted...
Checking init scripts...
Restarting services possibly affected by the upgrade:
  cron: restarting...done.
  rsync: restarting...done.
  atd: restarting...done.

Services restarted successfully.
sleep: cannot read realtime clock: Invalid argument
dpkg: error processing package libc6:amd64 (--configure):
 installed libc6:amd64 package post-installation script subprocess returned error exit status 1
Exception during pm.DoInstall():  E:Sub-process /usr/bin/dpkg returned an error code (1)

*** Send problem report to the developers?

Abhilfe schaffte hier temporär folgendes:

sudo mv /bin/sleep /bin/sleep_old 
sudo touch /bin/sleep 
sudo chmod +x /bin/sleep
sudo apt --fix-broken install
sudo apt dist-upgrade

Danach wurden allerdings weitere Fehler geworfen, die mit mehrfachen "apt dist-upgrade" gelöst werden konnten.

Schlussendlich war dies ein netter Versuch, aber praktikabel ist das direkte Upgrade nicht unbedingt.

Nun heißt es warten auf WSL2, welches in Windows 10, Version 2004 enthalten sein soll und bereits in den Startlöchern steht.

Lazy Docker - schnell und einfach Docker Container via Konsole verwalten

Um Docker Container zu verwalten gibt es viele Tools, da wäre zum Beispiel Portainer oder Rancher.

Lazy Docker

Aber es gibt auch schlichte Tools wie Lazy Docker.

lazydocker

Das in Go geschriebene Programm, läuft über die Konsole ist interaktiv und bietet schnellen Zugriff auf die wichtigsten Docker oder Docker Compose Funktionen. Folgende Funktionen werden aktuell (Version 0.8) unterstützt.

  • Zustand der Docker- oder Docker Compose Umgebung abfragen
  • Anzeige von Protokollen für einen Container oder Dienst
  • ASCII-Grafiken der CPU- und Speichernutzung von Containern anzeigen
  • Neustart, anhalten, entfernen, oder neuaufbauen von Containern oder Diensten
  • Anzeigen der einzelnen Schichten eines bestimmten Images
  • Aufräumen von Containern, Images oder Volumes mit prune

lazydocker-cpu

Lazy Docker installieren

Die Installation ist sehr einfach und kann direkt über wget oder via brew erledigt werden.

Der Einfachheit halber werde ich den ersten Weg wählen.

Vorrausetzung ist eine bestehende und laufende Docker Installation (ansonsten wäre die Nutzung des Programms wenig sinnvoll).

wget https://github.com/jesseduffield/lazydocker/releases/download/v0.8/lazydocker_0.8_Linux_x86_64.tar.gz
tar xvzf lazydocker*.tar.gz
sudo install lazydocker /usr/local/bin/
sudo systemctl status docker
sudo lazydocker

Die Steuerung erfolgt über die Pfeiltasten, das Menü lässt sich über x aufrufen und das Tool via Esc beenden.

Eine komplette Liste der Shortcuts findet ihr hier. Im Prinzip selbsterklärend.

Wer sich nicht selbst reinfinden möchte, der kann auch auf das Videotutorial zurückgreifen.

Fazit

Praktisches Tool, welches ohne Webserver oder dergleichen auskommt und etwas mehr Überblick bietet als die üblichen Konsolenbefehle.

Download Lazy Docker

KeePass oder KeePassX Datenbank Passwort auf Sicherheit testen

Heute will ich mich dem Thema Passwortsicherheit widmen.

Passwörter verwaltet der Kenner nicht nur im Browser oder in der Cloud, sondern im Idealfall lokal.

Unter Windows kommt hier oft KeePass zum Einsatz, unter Ubuntu Desktop häufig KeePassX. Hierbei handelt es sich um Programme zur Kennwortverwaltung.
Beide Tools sichern den Passworttresor mit einem Masterpasswort, welches der Nutzer selbst vergeben kann.

hashcat-keepass-pw

Ich will hier kurz demonstrieren, wie dieses Hauptpasswort auf Sicherheit getestet werden kann. Immerhin enthält es im Normalfall alle eure Zugangsdaten.

KeePass oder KeePassX Passwort knacken ?!

Für das Testen der Passwortsicherheit werden relativ wenige Tools benötigt, eines davon ist Hashcat, welches unter Ubuntu in den Repositories enthalten ist.

Da ich gerade kein funktionales Ubuntu zur Hand habe, sondern unter Windows arbeite, verwende ich einfach das Windows Subsystem for Linux. Dieses kann über die Windows Powershell installiert werden.

Enable-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName Microsoft-Windows-Subsystem-Linux

Danach kann Hashcat direkt über die Ubuntu Konsole installiert werden. Da für diesen Test nicht die allerneueste Version benötigt wird, kann die Version aus dem Paketmanager installiert werden.

sudo apt-get install hashcat

Nach der Installation lässt sich prüfen, wie hashcat auf eurem Rechner performed.

sudo hashcat --benchmark

hashcat-keepassSollte es zu Fehler kommen, kann ein weiterer Parameter angehangen werden und ihr erhaltet die erwartete Hashrate zum "Knacken" des Passworts.

sudo hashcat --benchmark --force

Eine leistungsstarke Nvidia Grafikkarte ist von Vorteil.

Nachdem dies erledigt ist, wird der Hash des Masterpassworts der KeePass Datenbank benötigt. Dafür gibt es einige Scripte, ich habe mich für keepass2john.py entschieden.

Da ich den Test unter Windows Wsl mache, platziere ich dieses Script und die dazugehörige KDBX Datenbank unter \\wsl$\Ubuntu-18.04\home\profilname und kann somit über Windows unter Ubuntu darauf zugreifen.

Das Script wird nun wie folgt ausgeführt

python keepass2john.py database.kdbx

Ihr erhaltet einen Hashwert, welcher noch etwas nachbearbeitet werden sollte.

Database:$keepass$*2*60000*222*1fa5e92ef046202f54d3a675466be38fb61cdaff21ab367a170eadf4e8f378ae0ee4c1f175

Der Text hinter Database: "$keepass$*2*60000*222*1fa5e92efa4...." wird nun in eine Textdatei keepass.txt kopiert, um sie weiterverarbeiten zu können.

Im nächsten Schritt kann mit Hashcat quasi das Passwort erraten werden, allerdings muss zunächst die richtige Methode gewählt und eine Wortliste besorgt werden. Hashcat bringt bereits die gängigsten Methoden mit, diese müssen nur angegeben werden.

hashcat --help | grep -i "KeePass"
    13400 | KeePass 1 (AES/Twofish) and KeePass 2 (AES)      | Password Managers

   
Im letzten Schritt wird nun eine Passwortliste benötigt, welche für das "Durchprobieren" von Passwörtern verwendet wird.

wget hxxp://downloads.skullsecurity.org/passwords/rockyou.txt.bz2
bunzip2 rockyou.txt.bz2

Die RockYou Liste ist eine bekannte Liste aus dem Jahr 2009 mit ca. 32 Millionen unverschlüsselten Passwörtern.

hashcat

Der Vorgang kann jetzt endgültig gestartet werden.

Der Startbefehl besteht aus Methode (KeePass) und Angriffsmodus (0 -> Wörterbuch)
 

sudo hashcat --force -a 0 -m 13400 keepass.txt rockyou.txt

    Dictionary cache built:
    * Filename..: rockyou.txt
    * Passwords.: 14344391
    * Bytes.....: 139921497
    * Keyspace..: 14344384
    * Runtime...: 2 secs

    - Device #1: autotuned kernel-accel to 128
    - Device #1: autotuned kernel-loops to 256
    [s]tatus [p]ause [r]esume [b]ypass [c]heckpoint [q]uit => [s]tatus [p]ause [r]esume [b]ypass [c]heckpoint [q]uit =>

Mit der "Taste s" kann jederzeit der aktuelle Status abgerufen werden.

    Session..........: hashcat
    Status...........: Running
    Hash.Type........: KeePass 1 (AES/Twofish) and KeePass 2 (AES)
    Hash.Target......: $keepass$*2*60000*222*1fa5e92efa4e5597faf8204900122...c1f175
    Time.Started.....: Fri Mar 20 12:04:53 2020 (49 secs)
    Time.Estimated...: Sat Mar 21 06:51:14 2020 (18 hours, 45 mins)
    Guess.Base.......: File (rockyou.txt)
    Guess.Queue......: 1/1 (100.00%)
    Speed.Dev.#1.....:      212 H/s (10.04ms)
    Recovered........: 0/1 (0.00%) Digests, 0/1 (0.00%) Salts
    Progress.........: 10240/14344384 (0.07%)
    Rejected.........: 0/10240 (0.00%)
    Restore.Point....: 10240/14344384 (0.07%)
    Candidates.#1....: vivien -> bimbim
    HWMon.Dev.#1.....: N/A

   
Nun heißt es warten, je nach Leistung der CPU oder GPU kann dies dauern. Da aber viele gerade massig Zeit zur Verfügung haben, sollte dies kein Problem sein.

Gerne könnt ihr weitere Methoden ausprobieren oder andere Listen verwenden, da habt ihr freie Wahl. Im Hashcat Wiki findet ihr jede Menge Anleitungen zu dieser Thematik.

Kali Linux 2020.1 und BlackArch Linux 2020.01.01 veröffentlicht

Die ersten Releases von Sicherheitsdistributionen im neuen Jahr wurden veröffentlicht.

Kali Linux 2020.1

Wie bereits angekündigt heißt es Abschiednehmen vom "root toor" Nutzer im neuen Release Kali Linux 2020.1.
Nun heißt es "kali kali" und der Anwender hat "nur noch" normale Benutzerrechte.

Ausgenommen von dieser Änderung sind ARM Images.

Kleine Nebenmeldung für ARM Nutzer, Besitzer von Pinebook Pros müssen leider weiterhin auf ein Installationsimage warten.

Kali_LinuxWeitere größere Änderung betrifft die Installation Images. Diese wurden nun in ein Installer Image, ein Live Image und ein Netzwerk Image neu aufgeteilt.
Die Namen sprechen für sich.

  • Eine feste Installation wird mit dem Installer Image (die Pakete kali-desktop-xfce und kali-tools-default sind enthalten) vollzogen.
  • Wer alles über Netzwerk nachladen will, der nehme das Network Image.
  • Für Fans von Live Systemen steht letzteres zur Verfügung.

Die Desktop Umgebung kann nun übrigens bei der Installation direkt ausgewählt werden.

Die NetHunter Images für mobile Geräte haben ebenfalls eine wichtige Neuerung im Gepäck. So ist nun nicht mehr zwingend ein gerootetes Smartphone notwendig:

  • NetHunter - Benötigt gerootete Geräte mit benutzerdefinierter Wiederherstellung und gepatchtem Kernel. Keine Einschränkungen. Gerätespezifische Images sind verfügbar.
  • NetHunter Light - Benötigt gerootete Geräte mit angepasster Wiederherstellung, aber keinen angepassten Kernel. Hat kleinere Einschränkungen, d.h. keine WiFi-Injektion oder HID-Unterstützung. Gerätepezifische Images verfügbar.
  • NetHunter Rootless - Installierbar auf allen handelsüblichen, nicht modifizierten Geräten mit Termux. Einige Einschränkungen, wie fehlende db-Unterstützung in Metasploit und keine Root-Berechtigungen.

Für die Optik wurde ebenfalls etwas getan. So wurde ein Dark Theme eingeführt und der Windows 10 Fake Modus (Kali-Undercover) überarbeitet.

Ein wenig wurde auch an den Paketen geschraubt, so wurden die Pakete cloud-enum, emailharvester, phpggc, sherlock, splinter hinzugefügt.

Tools, die noch auf Python 2 basieren werden wegen EOL aus den Images entfernt.

kali2020

Download



BlackArch Linux 2020.01.01

BlackArch Linux hat seine ISOs and OVA Images aktualisiert.

Hier wurden ebenfalls viele Änderungen eingepflegt.

blackarch

  • 120 neue Tool wurden hinzugefügt
  • Unterstützung für Terminus-Schriftarten zu lxdm hinzufügen
  • den ärgerlichen Fehler "cannot open tools via menu blah blah" behoben
  • Blackarch-Installationsprogramm auf v1.1.34 aktualisiert
  • Linux-Kernel 5.4.6
  • aktualisierte urxvt-Konfiguration: Unterstützung für Größenänderungen während der Installation hinzugefügt
  • vim: pathogen mit Vundle.vim ersetzt. Neues vim-Plugin clang_complete hinzugefügt
  • kleinere Fehlerbehebungen und Verbesserungen
  • Alle Pakete (Runtime-Exec) wurden überprüft und korrigiert.
  • alle Blackarch-Werkzeuge und -Pakete einschließlich der Konfigurationsdateien aktualisiert
  • alle Systempakete aktualisiert
  • alle Windowmanager-Menüs aktualisiert (awesome, fluxbox, openbox)

Download



Übersicht 02/2020

 

Name Version Tools Besonderes Basis GUI
Autopsy 4.13.0 ??? The Sleuth Kit Windows  
BackBox 6.0 100+ AWS Ubuntu Xfce
BlackArch 2020.01.01 1750+ ArchLinux ArchLinux Gnome
CAINE 11 100+ WinUFO Ubuntu Mate
DracOS 3.0   veraltet LFS DWM
DEFT Zero 2018.2   offline Lubuntu 14.04 Lxde
Kali Linux 2020.01 300+ ARM fähig Debian Testing Multi
Kali App Store   20+   Android  
LionSec 5.0   veraltet Ubuntu  
Matriux v3 RC1   offline Debian Gnome
NST 30 ??? Server integriert Fedora  
NetSecL OS 6.0   veraltet OpenSuse Lxde
Paladin 7.0     Ubuntu  
Parrot Sec 4.7 700+ Cloud fähig Debian Buster MATE/KDE
Pentoo 2018.0 RC7.1   veraltet Gentoo Xfce
Ronin     veraltet Lubuntu Lxde
Sans SIFT 3.0   veraltet Ubuntu  

chkservice - ein Tool um systemd Einheiten im Terminal zu verwalten

Vor Jahren hatte ich mal eine Infografik zu systemd und sys-v-init auf ITrig.
Seitdem hat sich viel getan, systemd ist auf dem Vormarsch und sys-v-init gerät ins Hintertreffen. Dienste bzw. Einheiten werden heute meistens mit systemctl verwaltet.

Doch wie lassen sich Einheiten mit mit systemd noch einfacher verwalten?
Ein Autostart mit systemctl enable xyz.service ist schnell gemacht, praktischer wäre allerdings eine Übersicht, ähnlich wie sie noch von sysv-rc-conf oder chkconfig bekannt ist.

chkservice

Chkservice

bietet dem Anwender genau diese umfassende Sicht auf alle systemrelevanten Dienste und ermöglicht deren schnelle Anpassung.
Der Systemmanager nutzt ncurses als Schnittstelle und erlaubt es Einheiten zu aktivieren, deaktivieren oder zu maskieren.

Chkservice installieren

Das Paket ist in Ubuntu 18.04 integriert und lässt sich fix installieren

sudo apt install chkservice

Chkservice verwenden

Die Bedienung ist ebenfalls leicht.

  • Die Navigation erfolgt über die Pfeiltasten.
  • Eine Einheit kann mit der Leertaste für den Bootvorgang aktiviert oder deaktiviert werden.
  • Start oder Stop lässt sich via s realisieren.
  • Mit der Taste r kann eine laufende Einheit neu geladen werden.
  • Das ? zeigt euch die Hilfe an.
  • Maskieren, quasi vollständig deaktivieren (/etc/systemd/system symbolic link to /dev/null) lässt sich über m bewerkstelligen.

chkservice-hilfe


Fazit

Wer mit dem Terminal weniger zurecht kommt, hat mit chkservice ein gutes Tool an der Hand, um sich einen Überblick zu verschaffen und Einstellungen vorzunehmen.
Allen anderen wird wohl systemctl list-units, systemctl disable xyz.service und Co weiterhin ausreichen.