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Cheat.sh - Linux und Programmiersprachen Cheatsheet für die Kommandozeile

Das klassische Cheatsheet besteht meistens aus einer Sammlung von Befehlen oder Hilfestellungen, die auf einer DIN A4 Seite zusammengefasst werden.
Solche Spickzettel können auf dem Rechner als PDF abgelegt werden oder im Büro ausgedruckt einen Platz an der Wand finden.

Cheat.sh

Cheat.sh geht hier einen anderen Weg und holt den Nutzer da ab wo er ist, auf der Kommandozeile.

Mit dem Tool können via curl einfache Hilfestellungen zu Kommandozeilenbefehlen, Programmiersprachen oder Datenbanken abgerufen werden.
Anders als beispielsweise die man pages, stellt cheat.sh einfache Beispiele zur gesuchten Abfrage dar.

cheatsheet

Zur Nutzung muss das Tool nicht zwingend installiert werden, eine Verbindung zum Internet reicht völlig aus.

Einen Linux Befehl abrufen, hier am Beispiel von tar.

curl cheat.sh/tar

# tar
# Archiving utility.
# Often combined with a compression method, such as gzip or bzip.
# More information: <https://www.gnu.org/software/tar>.

# Create an archive from files:
tar cf target.tar file1 file2 file3

# Create a gzipped archive:
tar czf target.tar.gz file1 file2 file3

# Extract a (compressed) archive into the current directory:
tar xf source.tar[.gz|.bz2|.xz]

# Extract an archive into a target directory:
tar xf source.tar -C directory

# Create a compressed archive, using archive suffix to determine the compression program:
tar caf target.tar.xz file1 file2 file3

# List the contents of a tar file:
tar tvf source.tar

# Extract files matching a pattern:
tar xf source.tar --wildcards "*.html"


Nach einem bestimmten Begriff suchen, am Beispiel von Docker.

curl cheat.sh/~docker


Eine Programmiersprache lernen, in diesem Fall Python.

curl cheat.sh/python/:learn

Übersicht

curl cheat.sh

cheatsh

Die Github Seite des Projektes verrät mehr über den riesen Umfang des Cheatsheet.

Installation von Cheat.sh (global)

Natürlich lässt sich das Tool auch direkt auf dem System installieren bzw. hosten (dazu wird allerdings Docker benötigt).

Der Dienst cheat.sh hat einen eigenen Kommandozeilen-Client (cht.sh), der im Vergleich zur direkten Abfrage mit curl mehrere nützliche Funktionen bietet:

  • Spezieller Shell-Modus mit persistentem Abfragekontext und Readline-Unterstützung
  • Abfrage der Historie
  • Integration der Zwischenablage
  • Unterstützung der Tabulatorvervollständigung für Shells (bash, fish, zsh)
  • Stealth-Modus

Eine Installation ist schnell erledigt.

sudo apt install rlwrap
curl https://cht.sh/:cht.sh | sudo tee /usr/local/bin/cht.sh
sudo chmod +x /usr/local/bin/cht.sh

Nach einer Installation kann cht.sh anstatt curl verwendet werden und es ergeben sich die oben erwähnten Möglichkeiten.

cht.sh-shell

Einbindungen in den Editor

Cheat.sh unterstützt momentan die Einbindung in die Editoren wie Emacs, Sublime, Vim und Visual Studio Code.

Eine Anleitung findet ihr ebenfalls auf Github.

Cheat.sh und Windows

Sogar Windows wird von dem kleinen Tool bedient. Dazu ist eine Exe notwendig, die ihr hier findet.

Fazit

Perfektes Tool für das schnelle Nachschlagen eines Befehls, ohne das Terminal verlassen zu müssen.

Das Cheatsheet ist sicher nicht neu und besteht bereits seit 2017, allerdings hat sich seither viel getan.

Cheat.sh unterstützt ca. 1000 Linux Befehle und 56 Programmiersprachen.

Portainer - Docker Container über eine grafische Oberfläche verwalten

Containerisierung in der IT ist nicht mehr wegzudenken, viele sind mit Docker und Co schon einmal in Berührung gekommen.

Arbeit mit Docker bedeutet viel Konsolenarbeit. Ein docker ps da oder ein docker save dort. Um diese Arbeit zu vereinfachen wurde Portainer entwickelt.

Portainer – Open Source Container Dashboard

Das Open Source Tool erlaubt einen Überblick und eine Bearbeitung der vorhandenen Docker Container, ist unter Linux leicht zu installieren (natürlich als Docker Container) und benötigt anders als Rancher nicht zwingend ein signiertes TLS Zertifikat.

Auch das Erstellen von neuen Containern oder eine Beschränkung auf bestimmte Nutzergruppen ist über die Oberfläche einfach zu realisieren.

Über jeden Container lassen sich ausführliche Informationen wie Logs, Pfade oder Laufzeit auslesen. Selbst eine Konsole lässt sich über die Verwaltung starten.

portainer

Eine eigene Installation ist schnell erstellt.

Zunächst kann das Docker Dashboard einfach ohne TLS gestartet werden.

docker volume create portainer_data

docker run -d -p 9000:9000 -v /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock -v portainer_data:/data portainer/portainer

Der Aufrug erfolgt dann über den Browser und http://local-IP:9000

Für einen dauerhaften Betrieb würde sich ein persistenter Ordner, sowie ein Autostart anbieten. Sollte SELinux im Einsatz sein, muss zusätzlich mit „privileged“ gearbeitet werden.

docker run -d --privileged -p 9000:9000 -v /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock -v /path/on/host/data:/data portainer/portainer

In den Standardeinstellungen speichert Portainer seine Daten unter /data.

Auch ein individueller Remote Host ist möglich

docker run -d -p 9000:9000 portainer/portainer -H tcp://<REMOTE_HOST>:<REMOTE_PORT>

Portainer-Remote

Portainer mit TLS zu verwenden benötigt weitere Befehle.

docker run -d -p 9000:9000 -v /path/to/certs:/certs portainer/portainer -H tcp://<DOCKER_HOST>:<DOCKER_PORT> --tlsverify --tlscacert /certs/myCa.pem --tlscert /certs/myCert.pem --tlskey /certs/myKey.pem

Eine ausführliche Portainer Dokumentation bietet noch mehr Möglichkeiten zur Konfiguration an

 

Fazit

Für eine einfache und praktische Verwaltung von Docker Containern ist Portainer wirklich gut zu gebrauchen. Es bietet genügend Funktionen an, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Portainer erlaubt dank einer integrierten Nutzerverwaltung und der Möglichkeit Container auszublenden auch eine Verwendung im professionelleren Umfeld. Neben der Einbindung eines eigenen Logos werden sogar Windows Container unterstützt.

Probiert es mal aus, eine vorhandene Docker Umgebung kann damit gut ergänzt werden.

Download Portainer