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Sicher durch den Winter mit Kali Linux 2019.4, CAINE 11 und Parrot 4.7

Kali Linux 2019.4

Zum Jahresausklang haben die Entwickler von Kali Linux noch einmal Gas gegeben.
Das neue Release wurde auf Xfce umgestellt, somit sollten Performance Probleme hoffentlich der Vergangenheit angehören. 

Außerdem wurde ein Undercover Modus eingeführt, welcher Kali wie Windows aussehen lässt. Der Windows Modus soll für weniger Aufmerksamkeit beim Arbeiten in der Öffentlichkeit sorgen, nette Spielerei.

Die Dokumentation wurde auf Gitlab migriert und steht in Markdown zur Verfügung.

Für Entwickler, die ihre Tools im Kali Repository pflegen gibt es in der Dokumentation eine Anleitung wie sie neue Pakete einreichen können.

Manche werden sie vermisst haben, andere nicht, die Powershell ist auf Kali Linux angekommen und kann einfach installiert werden

sudo apt install powershell
pwsh

kali-powershell

NetHunter Kex

Eine weitere Neuerung ist Nethunter Kex. Systeme mit Nethunter können nun an HDMI Geräte angeschlossen werden. Kurz gesagt mit dem Handy ein Kali Linux auf dem Fernseher darstellen.

Die Entwickler scheinen zumindest begeistert von der Vorstellung sein Kali immer in der Hosentasche zu haben

Raspberry Pi

Freunde von ARM Computern müssen sich spätestens nächstes Jahr umstellen, da ab 2020 nur noch 16GB SD Karten unterstützt werden.

kali-undercover

Download Kali

CAINE 11

Wurmloch wurde das aktuelle Release des Computer Aided INvestigative Environment getauft.

Die neue Version bootet automatisch komplett im Lesemodus.
Hauptsächlich wurden Tools wie OSINT oder Autopsy 4.13 erneuert und hinzugefügt

  • SCRCPY - screen your Android device
  • X11VNC Server - to control CAINE remotely
  • Hashcat. New scripts (in the Forensics Tools - Analysis menu)
  • AutoMacTc - a forensics tool for Mac. Bitlocker - volatility plugin
  • Autotimeliner - automagically extract forensic timeline from volatile memory dumps
  • Firmwalker - firmware analyzer. CDQR - Cold Disk Quick Response tool
  • CDQR - Cold Disk Quick Response tool

Die Distribution bringt ebenfalls Windows Tools mit, diese wurden selbstverständlich auch erweitert.

caine

Parrot 4.7

Der Papagei hat bereits im September ein Update erhalten, dieses soll aber nicht unerwähnt bleiben.

So wurde das Menü neu strukturiert, der Kernel auf 5.2 angehoben und MATE auf 1.22 aktualisiert.

Außerdem wird in Zukunft die Domain parrotlinux.org als offizielle Adresse verwendet.

parrot


Übersicht 12/2019

 

Name Version Tools Besonderes Basis GUI
Autopsy 4.13.0 ??? The Sleuth Kit Windows  
BackBox 6.0 100+ AWS Ubuntu Xfce
BlackArch 2019.09.01 1750+ ArchLinux ArchLinux Gnome
CAINE 11 100+ WinUFO Ubuntu Mate
DracOS 3.0 100+ CLI LFS DWM
DEFT Zero 2018.2 250+ Mac Support Lubuntu 14.04 Lxde
Kali Linux 2019.4 300+ ARM fähig Debian Testing Multi
Kali App Store   20+   Android  
LionSec 5.0 ??? 3 Jahre alt Ubuntu  
Matriux v3 RC1 300+ out of date Debian Gnome
NST 28 ??? Server integriert Fedora  
NetSecL OS 6.0 50+   OpenSuse Lxde
Paladin 7.0 30+   Ubuntu  
Parrot Sec 4.7 700+ Cloud fähig Debian Buster MATE/KDE
Pentoo 2018.0 RC7.1 ??? 64bit Gentoo Xfce
Ronin   150+ out of date Lubuntu Lxde
Sans SIFT 3.0 20+   Ubuntu  

 

Cheat.sh - Linux und Programmiersprachen Cheatsheet für die Kommandozeile

Das klassische Cheatsheet besteht meistens aus einer Sammlung von Befehlen oder Hilfestellungen, die auf einer DIN A4 Seite zusammengefasst werden.
Solche Spickzettel können auf dem Rechner als PDF abgelegt werden oder im Büro ausgedruckt einen Platz an der Wand finden.

Cheat.sh

Cheat.sh geht hier einen anderen Weg und holt den Nutzer da ab wo er ist, auf der Kommandozeile.

Mit dem Tool können via curl einfache Hilfestellungen zu Kommandozeilenbefehlen, Programmiersprachen oder Datenbanken abgerufen werden.
Anders als beispielsweise die man pages, stellt cheat.sh einfache Beispiele zur gesuchten Abfrage dar.

cheatsheet

Zur Nutzung muss das Tool nicht zwingend installiert werden, eine Verbindung zum Internet reicht völlig aus.

Einen Linux Befehl abrufen, hier am Beispiel von tar.

curl cheat.sh/tar

# tar
# Archiving utility.
# Often combined with a compression method, such as gzip or bzip.
# More information: <https://www.gnu.org/software/tar>.

# Create an archive from files:
tar cf target.tar file1 file2 file3

# Create a gzipped archive:
tar czf target.tar.gz file1 file2 file3

# Extract a (compressed) archive into the current directory:
tar xf source.tar[.gz|.bz2|.xz]

# Extract an archive into a target directory:
tar xf source.tar -C directory

# Create a compressed archive, using archive suffix to determine the compression program:
tar caf target.tar.xz file1 file2 file3

# List the contents of a tar file:
tar tvf source.tar

# Extract files matching a pattern:
tar xf source.tar --wildcards "*.html"


Nach einem bestimmten Begriff suchen, am Beispiel von Docker.

curl cheat.sh/~docker


Eine Programmiersprache lernen, in diesem Fall Python.

curl cheat.sh/python/:learn

Übersicht

curl cheat.sh

cheatsh

Die Github Seite des Projektes verrät mehr über den riesen Umfang des Cheatsheet.

Installation von Cheat.sh (global)

Natürlich lässt sich das Tool auch direkt auf dem System installieren bzw. hosten (dazu wird allerdings Docker benötigt).

Der Dienst cheat.sh hat einen eigenen Kommandozeilen-Client (cht.sh), der im Vergleich zur direkten Abfrage mit curl mehrere nützliche Funktionen bietet:

  • Spezieller Shell-Modus mit persistentem Abfragekontext und Readline-Unterstützung
  • Abfrage der Historie
  • Integration der Zwischenablage
  • Unterstützung der Tabulatorvervollständigung für Shells (bash, fish, zsh)
  • Stealth-Modus

Eine Installation ist schnell erledigt.

sudo apt install rlwrap
curl https://cht.sh/:cht.sh | sudo tee /usr/local/bin/cht.sh
sudo chmod +x /usr/local/bin/cht.sh

Nach einer Installation kann cht.sh anstatt curl verwendet werden und es ergeben sich die oben erwähnten Möglichkeiten.

cht.sh-shell

Einbindungen in den Editor

Cheat.sh unterstützt momentan die Einbindung in die Editoren wie Emacs, Sublime, Vim und Visual Studio Code.

Eine Anleitung findet ihr ebenfalls auf Github.

Cheat.sh und Windows

Sogar Windows wird von dem kleinen Tool bedient. Dazu ist eine Exe notwendig, die ihr hier findet.

Fazit

Perfektes Tool für das schnelle Nachschlagen eines Befehls, ohne das Terminal verlassen zu müssen.

Das Cheatsheet ist sicher nicht neu und besteht bereits seit 2017, allerdings hat sich seither viel getan.

Cheat.sh unterstützt ca. 1000 Linux Befehle und 56 Programmiersprachen.

Kali Linux Tools unter Ubuntu 16.04 LTS , 18.04 LTS nutzen

Um Kali Linux Tools nutzen zu können muss nicht zwingend eine Kali Linux Installation vorliegen.
Das Python Script Katoolin erlaubt es die ca. 300 Kali Anwendungen unter Debian basierten Distributionen zu verwenden.

Kali Linux Tools unter Ubuntu mit Katoolin

Die Installation ist denkbar einfach. Die Verwendung der Tools ist analog zu Kali Linux.

apt-get install git python

git clone https://github.com/LionSec/katoolin.git && cp katoolin/katoolin.py /usr/bin/katoolin

chmod +x  /usr/bin/katoolin

sudo katoolin

Danach stehen euch über ein Textmenü verschiedene Installation zur Verfügung. Hier können entweder alle Tools installiert oder einzelne herausgepickt werden.

katoolin
Hier am Beispiel aircrack-ng:

katoolin-aircrackngUm bei der Navigation wieder in das Hauptmenü zu gelangen muss "back" eingegeben werden. Beenden lässt sich Katoolin mit Strg+C.

Nutzer von Desktopsystemen können unter Punkt 4. ebenfalls ein extra Menü für die Toolsammlung installieren.


Fazit

Durch Katoolin wird die Installation vieler Tools stark vereinfacht, zusätzlich bleibt dem Nutzer das Aufsetzen einer anderen Distribution erspart.

 

PostgreSQL 12 und pgAdmin 4 unter Ubuntu installieren oder aktualisieren

Nach gut einem Jahr wurde vor wenigen Tagen die Version 12 der Datenbanklösung PostgreSQL veröffentlicht.

Das Release steht im Zeichen der Performance und bietet beispielsweise mit REINDEX CONCURRENTLY nun eine Möglichkeit Indizes im laufenden Betrieb ohne Einbußen zu erneuern.

Weitere Änderungen sind im Changelog zu finden. Dort finden sich zusätzlich Anweisungen, welche für die ein oder andere Migration relevant sein dürften.

postgres_logo

PostgreSQL 12 unter Ubuntu installieren

Bei der Aktualisierung der vorhandenen Version hat sich nicht allzu viel getan. Der Vorgang ist analog zu Version 11.
 

sudo sh -c  'echo "deb http://apt.postgresql.org/pub/repos/apt/ bionic-pgdg main" >> /etc/apt/sources.list.d/pgdg.list'

wget --quiet -O - https://www.postgresql.org/media/keys/ACCC4CF8.asc | sudo apt-key add -

sudo apt update

sudo apt install postgresql-11

Nun kann überprüft werden, ob das System korrekt funktioniert. Dazu wird in die Postgres Console gewechselt.

sudo -u postgres psql

postgres=# \conninfo
You are connected to database "postgres" as user "postgres" via socket in "/var/run/postgresql" at port "5432".

postgresql12


PostgreSQL 11 auf PostgreSQL 12 aktualisieren

Nachdem die neueste Version installiert wurde, kann die alte im folgenden migriert werden.

Unbedingt eine Sicherung der vorhandenen Datenbanken machen.

pg_dumpall > /temp/sicherung

Noch einmal die Installationsinfos anzeigen lassen.

sudo pg_lsclusters

Ver Cluster Port Status Owner    Data directory              Log file
11  main    5432 online postgres /var/lib/postgresql/11/main /var/log/postgresql/postgresql-11-main.log

Sollte eine neue Version bereits installiert sein, muss diese zunächst gestoppt werden.

sudo pg_dropcluster 12 main --stop

Danach das alte Cluster migrieren.

sudo pg_upgradecluster 11 main

Sollte der Vorgang erfolgreich gewesen sein, kann das alte Cluster entfernt werden.

sudo pg_dropcluster 11 main


pgAdmin_4

pgAdmin 4 für PostgreSQL 12 installieren

Für viele bietet sich zur Verwaltung eine grafische Oberfläche an, hier kann der Quasistandard pgAdmin genutzt werden.

Das Tool hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt und viele Kinderkrankheiten überwunden.

Das benötigte Repository ist durch die vorhergehende PostgreSQL Installation bereits vorhanden.

sudo apt install pgadmin4 pgadmin4-apache2

Das erste Paket installiert das Tool an sich, das zweite installiert das Webinterface dazu. Bei der Installation werden Mailadresse und Passwort abgefragt, dies wird später für den Login benötigt.

Die fertige Installation kann über den Browser aufgerufen werden.


http://localhost/pgadmin4/

 

GIMP wie Photoshop aussehen lassen

Im Bereich der digitalen Bildbearbeitung ist GIMP im FOSS Gebiet für viele das Tool der Wahl.
GIMP was für "GNU Image Manipulation Program" steht ist somit auf vielen privaten Rechnern als freies Bildbearbeitungsprogramm installiert.

Allerdings arbeiten viele beruflich mit Photoshop oder sind von Tutorials und Co die Adobe Oberfläche gewöhnt.
Glücklicherweise ist Gimp hier sehr flexibel und kann schnell auf einen anderen Look umgestellt werden.

GIMP Photoshop Theme installieren

Windows

1. GIMP beenden
2. CMD starten
3. cd C:\Users\x\AppData\Roaming\GIMP\
4. ren 2.10 2.10.backup
5. git clone https://github.com/BenShoeman/gimp-photoshop-profile
6. In den Einstellungen die Themes mit SegoeUI auswählen


Linux

1. GIMP beenden
2. Terminal starten
3. cd /.config/GIMP/
4. mv ~/.config/GIMP/2.10 ~/.config/GIMP/2.10.backup
5. git clone https://github.com/BenShoeman/gimp-photoshop-profile

Alternativ wurde ich auf Github noch auf anderer Seite fündig, allerdings ist das Repository schon 4 Jahre alt. Ausprobieren lässt es sich dennoch.

git clone --depth=1 https://github.com/doctormo/GimpPs.git .gimp-2.10

Vorher

gimp-dark-theme

Nachher

gimp-dark-Photoshop

Tastaturbefehle

Aussehen ist nicht alles, auch Tastaturbefehle sind vielen wichtig. Darum kann man diese ebenfalls herunterladen. Ich konnte die Funktionalität leider nicht überprüfen.

  1. Keybinds herunterladen http://epierce.freeshell.org/gimp/ps-menurc
  2. Unter Windows die Datei "C:\Users\name\AppData\Roaming\GIMP\2.10\menurc" ersetzen
  3. Unter Linux die Datei "~/.config/GIMP/2.10/menurc" ersetzen

Fazit

Letztendlich ist es Geschmackssache, ob und wie eine andere Oberfläche das Arbeiten vereinfacht. Ich werde bei der originalen GIMP Oberfläche bleiben und verbuche die Photoshop Oberfläche unter abgeschlossene Experimente.