Skip to content

Sicherheit im Herbst - ArchLinux, BackBox, CAINE, Kali Linux und Parrot

Im letzten Quartal hat sich im Bereich der Sicherheitsdistributionen noch einmal etwas getan.


BackBox 5.2

backboxBereits im Spätsommer wurde BackBox 5.2 veröffentlicht. Außer den üblichen Updates des Kernels (4.15) und der Tools wurden hier keine weiteren Änderungen vorgenommen.

Download


BlackArch 2018.06.01

blackarchAuch hier wurde ein neues OVA Images im Sommer veröffentlicht. Rubygems wurde nachgereicht, sowie der Kernel 4.17.11 und Updates.

Im Repository befinden sich nun ganze 2079 Tools.

Download

 

CAINE 10

caineEine weitere Distribution, welche unter anderem auch Windows Tools an Bord hat wurde auf Version 10 angehoben. 
Das Computer Aided INvestigative Environment mit dem Codename Infinity basiert nun auf Ubuntu 18.04 LTS, unterstützt UEFI/SECURE BOOT und beinhaltet Kernel 4.15.0-38.

In den Standardeinstellungen mounten Laufwerke nur im Lesemodus, diese müssen gesondert freigeschaltet werden.
Neue Tools sind unter anderem Autospy 4.9, Carbon 14, OsintSpy oder Stegosuite.

Den gesamtem Changelog finden Geübte auf der Homepage

Download


Kali Linux 2018.4

KaliDie neueste Version von Offensive Security bringt neben Kernel 4.18.10 eine experimentelle Raspberry Pi Unterstützung mit.

Es wurde Wireguard (eine VPN Lösung) integriert. Die Tools Burp Suite, Patator, Gobuster, Binwalk, Faraday, Fern-Wifi-Cracker, RSMangler, theHarvester, wpscan, und weitere haben Updates erhalten.

Der Changelog ist unter https://bugs.kali.org/changelog_page.php zu finden.

Download

Parrot Security 4.4

parrotParrot 4.3 bzw. 4.4 arbeitet an einem Long Term Support und hat den Kernel 4.18 integriert.

Außerdem wurde auf die neues Variante von Debian Buster, sowie Firefox 63 aktualisiert.

Es wurde auf den VSCodium Editor gewechselt, dieser hat im Vergleich zu den kommerziellen Kollegen keine Telemetrie und dergleichen aktiviert. 

Parrot 4.4 hat vollen Golang, Mono, Vala und Rust Support erhalten.

BTRFS und XFS gelten nun als Standarddateisystem.

Download



Übersicht 11/2018

 

Name Version Tools Besonderes Basis GUI
Autopsy 4.8.0 ??? The Sleuth Kit Windows  
BackBox 5.2 70+ eigenes Repo Ubuntu Xfce
BlackArch 2018.06.01 1750+ ArchLinux ArchLinux Gnome
CAINE 10 100+ WinUFO Ubuntu Mate
DracOS 3.0 100+ CLI LFS DWM
DEFT Zero 2018.2 250+ Mac Support Lubuntu 14.04 Lxde
Kali Linux 2018.4 300+ ARM fähig Debian Testing Multi
LionSec 5.0 ???   Ubuntu  
Matriux v3 RC1 300+ out of date Debian Gnome
NST 28 ??? Server integriert Fedora  
NetSecL OS 6.0 50+   OpenSuse Lxde
Paladin 7.0 30+   Ubuntu  
Parrot Sec 4.4 700+ Cloud fähig Debian Buster MATE
Pentoo 2018.0 RC7.1 ??? 64bit Gentoo Xfce
Ronin   150+ out of date Lubuntu Lxde
Sans SIFT 3.0 20+   Ubuntu  

checkrestart vs. needrestart - alte Prozesse nach Paketupdates erkennen

Wie sich Linux Systeme aktualisieren lassen war auf ITrig bereits zu lesen. Doch nur mit Aktualisieren ist es nicht getan, hin und wieder sollten Prozesse neu gestartet werden deren Installationspakete aktualisiert wurden. Dazu bietet Ubuntu neben dem neuen Kernel Live Patching verschiedene Möglichkeiten.

checkrestart

Um Systeme auf anstehende Neustarts zu kontrollieren gibt es verschiedene Tools, eines altbekanntes ist checkrestart. Dieses ist im debian-goodies Paket enthalten.

Das Programm macht Nichts anderes als nach veralteten Libraries bei noch aktiven Prozessen zu suchen.

Findet es welche schlägt es den Neustart mit dem dazugehörigen Befehl vor.

sudo apt-get install debian-goodies
sudo checkrestart
Found 7 processes using old versions of upgraded files
(7 distinct programs)
(5 distinct packages)

Of these, 5 seem to contain systemd service definitions or init scripts which can be used to restart them.
The following packages seem to have definitions that could be used
to restart their services:
lvm2:
        447     /sbin/lvmetad
openssh-server:
        1160    /usr/sbin/sshd
dbus:
        863     /usr/bin/dbus-daemon
accountsservice:
        945     /usr/lib/accountsservice/accounts-daemon
policykit-1:
        1001    /usr/lib/policykit-1/polkitd

These are the systemd services:
systemctl restart accounts-daemon.service
systemctl restart polkitd.service

These are the initd scripts:
service lvm2-lvmpolld restart
service lvm2 restart
service lvm2-lvmetad restart
service ssh restart
service dbus restart

checkrestart

check-enhancements

Ebenfalls praktischer Teil des debian-goodies Pakets ist check-enhancements.

Damit lassen sich Erweiterungen für bereits installierte Pakete finden.

 

check-enhancements postgresql
postgresql => check-postgres:     Installed: (none)       Candidate: 2.24.0-3.pgdg18.04+1
postgresql => pgpool2:    Installed: (none)       Candidate: 3.7.5-2.pgdg18.04+1
postgresql => pgtop:      Installed: (none)       Candidate: 3.7.0-18-gbbf1f12-2.pgdg18.04+1

needrestart

Das debian-goodies Paket hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, daher gibt es inzwischen neuere Varianten, um anstehende Neustarts zu prüfen. 

Eines davon ist needrestart, es funktioniert ähnlich wie checkrestart, wird aber aktiv weiterentwickelt und unterstützt Docker oder LXC. Zusätzlich ist es nicht an Debian gebunden, sondern auch für andere Distributionen verfügbar.

Needrestart wird von Thomas Liske entwickelt und aktuell in der Version 3.1.x ausgeliefert. Es hat eine Unterstützung für systemd an Bord, läuft aber auch unter System V init.

sudo apt install needrestart
sudo needrestart
Scanning processes...
Scanning processor microcode...
Scanning linux images...

Running kernel seems to be up-to-date.

The processor microcode seems to be up-to-date.

No services need to be restarted.

No containers need to be restarted.

No user sessions are running outdated binaries.

needrestart

Wie es sich für aktuelle Tools gehört, hat das Tool auch eine Nagios/CheckMK bzw. Icinga Ausgabe.

sudo needrestart -p -l
OK - Kernel: 4.15.0-36-generic, Microcode: CURRENT, Services: none, Containers: none, Sessions: none|Kernel=0;0;;0;2 Microcode=0;0;;0;1 Services=0;;0;0 Containers=0;;0;0 Sessions=0;0;;0

Konfiguration und Einstellungen können bei Bedarf unter /etc/needrestart/needrestart.conf vorgenommen werden.

Das Tool bietet ebenfalls einen interaktiven Modus. Nach einer Installation prüft das Tool nach jedem apt upgrade automatisch auf Neustarts von Prozessen und liestet diese auf, ohne sie neu zu starten.

needrestart-kernel


Bordmittel

Die einfachste Variante einen nötigen Neustart des Systems zu erkennen besteht im Auslesen des Wertes cat /var/run/reboot-required .

Den Wert *** System restart required *** zeigt Ubuntu im Loginprompt an, wenn ihr über einen SSH Konsole zugreift.

Werden auch die betroffenen Pakete benötigt kann in /var/run/reboot-required.pkgs geschaut werden

cat /var/run/reboot-required                                                                                                                                                                            *** System restart required ***
cat /var/run/reboot-required.pkgs


 

VMware ESXi Paketverwaltung - vib Pakete installieren, aktualisieren oder deinstallieren

Kurzer Tipp für ESXi Anwender.

Manchmal müssen installierte Pakete auch wieder deinstalliert werden. Dabei hilft die ESXi Konsole am besten.

Zunächst sollte allerdings der SSH Zugang aktiviert werden. Danach können folgende Befehle in der Kommandozeile zur Anwendung kommen.

 

Paket suchen

esxcli software vib list | grep HUAWEI


       hio                            2.0.0.42-1OEM.550.0.0.1331820          HUAWEI               VMwareCertified   2015-01-07

Paket entfernen

esxcli software vib remove -n hio

   Removal Result
       Message: The update completed successfully, but the system needs to be rebooted for the  changes to be effective.
       Reboot Required: true
       VIBs Installed:
       VIBs Removed: HUAWEI_bootbank_hio_2.0.0.42-1OEM.550.0.0.1331820
       VIBs Skipped:

Mehrere Pakete entfernen

Es lassen sich genauso auch mehrere Pakete auf einmal deinstallieren

esxcli software vib remove -n hio -n hio0 -n hio1

Paket aktualisieren

software vib update -n Paketname

Paket installieren

Um diese Beispiele vollständig zu machen, hier noch der Befehl für eine klassische Paketinstallation via ESXi Konsole

software vib install -n Paketname


Die ESXi Kommandozeile bietet natürlich noch einiges mehr, "software" ist hier nur ein Namespace von vielen.

So lassen sich mit system, network, storage oder license weitere praktische Befehle ausführen.

Übersicht aller Befehle

esxcli esxcli command list

 

netplan unter Ubuntu Server 18.04 LTS konfigurieren oder entfernen

Seit einiger Zeit stellt Canonical für seine Distributionen die Netzwerkkonfiguration via netplan bereit.

Mit der Einführung der Serverversion 18.04 LTS ist diese fester Bestandteil der Long Term Support Edition.

Doch wo ist der Unterschied zur alten Konfiguration und welche Befehle werden benötigt?

netplan.iologo

netplan.io

Anders als die alten Netzwerkkonfigurationsdateien, beruht netplan auf der YAML Syntax. Außerdem werden als Renderer Networkmanager (Desktop), sowie system-networkd (Server) unterstützt.

Die Funktion ist relativ schnell erklärt: Beim Bootvorgang wird aus allen yaml Dateien  /etc/netplan/*.yaml eine Konfiguration generiert und unter /run abgelegt.

Die Konfiguration lässt sich aber auch im laufenden Betrieb anpassen.

Eine klassische Konfigurationsdatei /etc/netplan/01-netcfg.yaml mit fester IP-Adresse würde wie folgt aussehen:

system
network:
        version: 2
        renderer: networkd
        ethernets:
                eth0:
                        dhcp4: no
                        dhcp6: no
                        addresses: [192.169.1.100/24]
                        gateway4: 192.169.1.1
                        nameservers:
                                search: [itrig.lokal]
                                addresses: [1.1.1.1,8.8.8.8]

Als Renderer ist in diesem Fall networkd hinterlegt, es kann aber genauso renderer: NetworkManager angegeben werden, beispielsweise bei einem Desktop Betriebssystem.

Die Notation des Subnetzes erfolgt hier im CIDR Format. Als kleine Hilfestellung hier eine Tabelle wink

Prefix   | Subnet mask IPv4 | Subnet mask IPv6
/24      | 255.255.255.0    | 11111111.11111111.11111111.00000000
/25      | 255.255.255.128  | 11111111.11111111.11111111.10000000
/26      | 255.255.255.192  | 11111111.11111111.11111111.11000000
/27      | 255.255.255.224  | 11111111.11111111.11111111.11100000
/28      | 255.255.255.240  | 11111111.11111111.11111111.11110000
/29      | 255.255.255.248  | 11111111.11111111.11111111.11111000
/30      | 255.255.255.252  | 11111111.11111111.11111111.11111100
/31      | 255.255.255.254  | 11111111.11111111.11111111.11111110
/32      | 255.255.255.255  | 11111111.11111111.11111111.11111111

Um die neue Konfiguration zu generieren und anzuwenden werden folgende Befehle verwendet.

sudo netplan generate
sudo netplan apply

Eine Kontrolle kann mit neuen

sudo netplan try

sudo netplan --debug apply

sudo netplan config show

oder alternativ auch mit alten Befehlen erfolgen.

ip a

Hier gilt zu beachten, dass netplan apply keine virtuellen Geräte wie Netzwerkbrücken oder Netzwerkbündel entfernt, auch wenn sie nicht mehr in der Netplan Konfiguration stehen.

Hier muss momentan noch mit ip link delete dev bond0 operiert werden.

netplan.io

 

/etc/network/interfaces

Zum Vergleich eine alte Konfiguration, welche unter  /etc/network/interface zu finden ist.

auto lo eth0
iface lo inet loopback
iface eth0 inet static
    address 192.168.1.100
    netmask 255.255.255.0
    network 192.168.1.0
    gateway 192.168.1.1
    #dns-nameservers 1.1.1.1 8.8.8.8
    dns-search itrig.lokal


netplan.io entfernen oder deaktivieren

Es besteht die Möglichkeit die oben beschriebene frühere Variante weiter zu verwenden. So bleibt eine alte Konfiguration beispielsweise bei einem Update von 16.04 auf 18.04 erhalten.

Bei einer Neuinstallation von 18.04 LTS kann ein Administrator ebenso auf die alte Variante schwenken, dazu muss das benötigte Paket installiert werden.

sudo apt-get install ifupdown

sudo apt -y purge netplan.io

Nun kann die Netzwerkkonfiguration unter /etc/network/interface abgelegt werden, sowie ein Neustart des Dienstes erfolgen.

sudo systemctl restart networking

Zu Bedenken sind noch die DNS Settings, welche unter /etc/systemd/resolved.conf abgelegt werden sollten.

#
# See resolved.conf(5) for details

[Resolve]
DNS=1.1.1.1 8.8.8.8
#FallbackDNS=8.8.8.8 8.8.4.4
#Domains=
#LLMNR=yes

Nun sollten die Netzwerkeinstellungen wieder der von Ubuntu 16.04 LTS oder 14.04 LTS entsprechen.

Kali Linux, Parrot Sec und BackBox mit neuen Updates

Um auf einen aktuellen Stand zu kommen, hier kurz zusammengefasst die neuesten Updates bekannter Sicherheitsdistributionen.

Kali Linux 2018.3

Kali_Linux

Der Platzhirsch Kali Linux hat mit Release 2018.3 den Kernel 4.17.0 und ein paar neue Tools erhalten:

  • idb – iOS Penetrations Test Tool
  • gdb-peda – Python Exploit Development Assistance for GDB
  • datasploit – OSINT Framework to perform various recon techniques
  • kerberoast – Kerberos assessment tools

Bekannte Tools wie OpenVAS, wpscan oder aircrack-ng haben aktuelle Updates erhalten.

Die komplette Liste wie immer unter bugs.kali.org.

Download


Parrot Security 4.2.2

parrot

Auch Parrot zieht pünktlich mit einem Update nach, welches nicht nur nach außen (neuer Hintergrund und neues Theme) Verbesserungen bietet.

Der Papagei arbeitet mit Linux Kernel 4.18 und hat eine neue Debian Installationsroutine für Netz- oder Standardimages dabei. 

Diverse Firmwares, sowie AppArmor und Firejail wurde aktualisiert. Programme wie Firefox oder LibreOffice arbeiten nun auch wieder up2date.

In der Tool Ecke wurden Armitage, Metasploit, Wireshark, Hashcat und weitere aktualisiert.

Abseits von Softwareupdates wurde und wird das DokuWiki zu https://www.parrotsec.org/docs/ umgezogen.

Download


BackBox Linux 5.2

backbox

Bereits vor einiger Zeit hat das BackBox Team eine neue Version veröffentlicht.
Diese basiert auf dem damaligen neuen Kernel 4.15 und hat ebenfalls aktualisierte Hacker Tools mit an Bord.

Download


 

Übersicht 09/2018

 

Name Version Tools Besonderes Basis GUI
Autopsy 4.8.0 ??? The Sleuth Kit Windows  
BackBox 5.2 70+ eigenes Repo Ubuntu Xfce
BlackArch 2018.06.01 1750+ ArchLinux ArchLinux Gnome
CAINE 9 100+ WinUFO Ubuntu Mate
DracOS 3.0 100+ CLI LFS DWM
DEFT Zero 2018.2 250+ Mac Support Lubuntu 14.04 Lxde
Kali Linux 2018.3 300+ ARM fähig Debian Testing Multi
LionSec 5.0 ???   Ubuntu  
Matriux v3 RC1 300+ out of date Debian Gnome
NST 28 ??? Server integriert Fedora  
NetSecL OS 6.0 50+   OpenSuse Lxde
Paladin 7.0 30+   Ubuntu  
Parrot Sec 4.2.2 700+ Cloud fähig Debian Buster MATE
Pentoo 2018.0 RC7.1 ??? 64bit Gentoo Xfce
Ronin   150+ out of date Lubuntu Lxde
Sans SIFT 3.0 20+   Ubuntu